Förderverein des Deutschen Landwirtschaftsmuseums Schloss Blankenhain e.V.
Angelika Hölzel

Am Schloss 9

08451
Crimmitschau OT Blankenhain

Telefon: 036608 2321
Telefax: 036608 2332

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Liebe Leserinnen, liebe Leser des Amtsblattes des Landkreises Zwickau,

25. März 2016

in dieser Märzausgabe möchte ich Sie zum einen als Beigeordnete des Landkreises Zwickau und zum anderen als Vorsitzende des Fördervereins des Deutschen Landwirtschaftsmuseums Schloss Blankenhain e. V. auf ein besonderes Festwochenende im Landkreis aufmerksam machen und Sie bereits heute einladen, dabei zu sein.

Das Deutsche Landwirtschaftsmuseum, gelegen im Crimmitschauer Ortsteil Blankenhain, in Trägerschaft des Landkreises Zwickau, feiert in diesem Jahr gleich zwei Jubiläen, das sind 35 Jahre Museumseröffnung und 10 Jahre Deutsches Landwirtschaftsmuseum. Und es ist nicht übertrieben, zu sagen, dass es ihm mit Unterstützung von Landkreis und Förderverein gelungen ist, einen herausragenden Platz in der Museumslandschaft einzunehmen und heute in Mitteldeutschland die bedeutendste Anlage zur Dokumentation der Geschichte des ländlichen Raumes darstellt.

Dieser einmalige Museumskomplex mit seinen 80 Gebäuden und 100 thematischen Ausstellungen auf 13 Hektar Fläche bietet Ihnen das gesamte Jahr neben den Ausstellungsbesuchen eine Vielzahl von Sonderprogrammen, angefangen von speziellen Führungen bis hin zu Märkten an, doch zum Festwochenende am 4. und 5. Juni 2016 haben sich die Mitarbeiter ein besonders umfangreiches und interessantes Programm ausgedacht. Ich kann Ihnen versprechen, ein Besuch wird sich lohnen und zu einem Erlebnis für die gesamte Familie werden.

Nachdem am Freitagabend im Schloss Blankenhain die schon traditionelle Ehrung des Ehrenamtes durch unseren Landrat Dr. Christoph Scheurer stattgefunden hat, öffnen sich am Samstag, dem 4. Juni die Tore zum Fest- und Erlebniswochenende ab 09:00 Uhr für alle. Ab 13:00Uhr werden drei neue Dauerausstellungen eröffnet, zu deren ersten Besuchern Sie gehören können.

So werden erstmals die Dauerausstellungen Rittergutsgeschichte und Kulturgeschichte der Imkerei sowie die umgesetzte Raumerweiterungshalle mit Konditorei zu sehen sein.

Durch meine ehrenamtliche Tätigkeit als Vorsitzende des Fördervereins, der sich zur Aufgabe gemacht hat, dieses historisch wertvolle Ensembles zu erhalten und zu entwickeln, kann ich Ihnen natürlich bereits berichten, was Sie dort Interessantes zu sehen bekommen werden.

Grundlage für die Dauerausstellung zur Rittergutsgeschichte bildet das Schloss Blankenhain selbst.

Über 800 Jahre beeinflusste es als Rittergut, später als Schloss das Leben der Menschen entlang des Koberbachtales. Die Ursprünge liegen in der Zeit der Besiedlung im 12. Jahrhundert. Für die Erweiterung des Pleißenlandes ließ der Stauferkaiser Friedrich I. (Barbarossa) den ehemaligen Königswald im Vorland des Erzgebirges roden und kultivieren. Um diese Mammutaufgabe zu bewältigen, war ein Netz an Rittergütern aufzubauen. Blankenhain zählte zu den ersten innerhalb des Rodungsbezirkes. In den nachfolgenden Jahrhunderten wechselte das Rittergut mehrfach die Besitzer. Es wurde verkauft, vererbt, verauktioniert und verschenkt, baulich je nach Zeitgeschmack verändert und wirtschaftlich unterschiedlich ausgerichtet. Diese abwechslungsreiche Geschichte, stellvertretend für die landwirtschaftliche und kulturelle Entwicklung Sachsens, wird Ihnen mittels moderner Museumsarchitektur und zeitgemäßer Vermittlungsmethoden präsentiert werden.

Die direkt unter dem Dach des Schlosses untergebrachte Ausstellung zur Kulturgeschichte der Imkerei mit einem Schaubienenstand und einer einmaligen Exposition vollplastisch geschnitzter Figurenbienenbeuten wurde neu konzipiert und wird dann in neuen Räumen in der zweiten Etage des Schlosses zu besichtigen sein. Kulturgeschichtlich wird sie einen Bogen von der Steinzeit bis hin zur modernen Bienenhaltung schlagen. Das Thema der Imkerei wird hier allerdings nicht abschließend beleuchtet, sondern auch Außenobjekte wie Bienenstände und Bienenwanderwagen tragen dazu bei.

Abschließend möchte ich auch noch auf eine Besichtigung des neuen Gebäudeensembles Raumerweiterungshalle neugierig machen. Im Nachkriegsdeutschland suchte man aufgrund von Wohnraum- und Facharbeitermangel rationelle und schnell zu errichtende Raumlösungen. Im Osten Deutschlands entstanden die sogenannten Raumerweiterungshallen (REH), die bald für ein Stück Alltagskultur standen. Die teils bis zu acht teleskopartigen ausziehbaren Tunnelelemente waren fast überall zu finden, oft auch in Erholungsgebieten als Kiosk oder kleines Eiscafé. Von den insgesamt

3 400 in Boizenburg einst produzierten Einrichtungen konnte das Deutsche Landwirtschaftsmuseum eine erwerben. Somit wird eine solche Baugruppe erstmalig konserviert und in einem Freilichtmuseum zu sehen sein. Durch einen Glücksgriff konnte weiterhin die ehemalige denkmalgeschützte Konditorei Hartwig aus Chemnitz erworben werden. Das ausgefallene Design mit seinem DDR-Charme der Endsechziger bzw. frühen Siebziger wird bis zum Festwochenende als Milchbar in der REH in Szene gesetzt, anzuschauen sein.

Ab 16:00 Uhr wird aus Anlass des Festwochenendes der jährliche, schon traditionelle Auftritt des Ensembles der Naturbühne Trebgast e. V. aus dem Partnerlandkreis Kulmbach stattfinden. Präsentiert wird das Schauspiel „Don Camillo und seine Herde“ unter der Regie von Marion Beyer und Hermann J. Vief. Für den Besuch dieses Schauspiels wird kein extra Obolus erhoben. Er ist im Eintrittspreis des Museums für diesen Tag beinhaltet. Die Geschichte wird Sie durch ihren umwerfenden Humor und ihre versöhnliche Menschlichkeit berühren. Die bekannten Melodien von Giuseppe Verdi werden Sie gekonnt in die italienische Lebensart entführen.

Ganztägig werden in ausgewählten Werkstätten des Museums Handwerksvorführungen zu bestaunen und zum Mitmachen zu finden sein. Das gilt auch für den Sonntag, der mit weiteren Angeboten locken wird.

Abermals wird das Deutsche Landwirtschaftsmuseum ab 09:00 Uhr seine Türen öffnen. Für 10:00 Uhr wird in die Schlosskirche Blankenhain zu einem Konzert mit dem Ensemble Amadeus mit Andacht eingeladen. Der Eintritt wird frei sein, aber um eine Kollekte zur Renovierung der Kirche wird gebeten werden.

Ab 12:00 Uhr wird es noch etwas lauter auf dem Festgelände zugehen. Im Blickpunkt werden historische landwirtschaftliche Geräte stehen, insbesondere Traktoren. Neben denen werden historische Zugmaschinen, Landtechnik, ein horizontales Sägegatter und mobile Holzsägen in Aktion zu erleben und zu bestaunen sein.

Natürlich stehen auch alle Ausstellungen zu einer Besichtigung offen. In den neu eröffneten Ausstellungen finden ab 14:00 Uhr Sonderführungen statt.

Ich hoffe, dass ich Sie mit meinen Ausführungen auf das Deutsche Landwirtschaftsmuseum neugierig machen konnte. Vielleicht ist dieses Festwochenende am 4. und 5. Juni für Sie Anlass genug, dieses Kleinod des Landkreises Zwickau erstmals zu besuchen und für alle, die es bereits kennen, Neues zu entdecken.

Bitte notieren Sie den Termin schon einmal in Ihrem Kalender!

Landrat Dr. Christoph Scheurer, das Team des Freilichtmuseums, die vielen fleißigen Mitstreiter in der Vorbereitung und natürlich meine Person würden sich freuen, Sie an diesem Fest- und Erlebniswochenende begrüßen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Angelika Hölzel
Erste Beigeordnete und Vorsitzende des Fördervereins

Quelle: http://foerderverein-dlm.de/mitteilung/Liebe_Leserinnen%2C_liebe_Leser_des_Amtsblattes_des_Landkreises_Zwickau%2C